»Nichts ist wichtig. Dazu ist die Welt zu groß« Dies ist eine archivierte Version von IT&W aus den Jahren 2002 bis 2006. Das aktuelle IT&W findet sich hier.
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frischer senf
 
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::: 06. Dezember 2004

 :: Aktion und Wirkung: SpOn zu Wikipedia [upd.] 

Nagut, so toll ist die vor drei Tagen gestartete Wikinews [wir berichteten] noch nicht. Aber wer wie Frank Patalong in Spiegel Online das Ganze unter die völlig abseitige Überschrift »Und noch ein Blog...« setzt, ein bißchen die »Heerscharen von Anwälten« beschwört und einen langen Riemen über die bereits nach drei Tagen quasi sichere Erfolglosigkeit der Wiki-Nachrichten schreibt, der zeigt vor allem eines: Nervosität und Wirkung. Bleiben Sie cool, Herr Patalong: warum sollte Wikinews etwas anderes sein als die anderen »99 Prozent Müll«, die Ihnen die Leser wegnehmen?

Andere etablierte Nachrichten-Sites sehen Wikinews durchaus gelassener und angstfreier: »Im Gegensatz zum Sammeln bereits vorhandener Nachrichten wollen die Betreiber, die sich in dem Open-Source-Forum Wikimedia Foundation zusammengefunden haben, überwiegend Originale einstellen. Also selbst recherchierte Exklusiv-Stories. Das engt zwar die Zahl der Nachrichten zumindest am Anfang ein, jedoch hofft der Initiator der Enzyklopädie, Jimmy Wales, dass sich das bald ändert. Wikinews wolle unabhängig und aktuell berichten. Schließlich habe Wikipedia auch bei Null angefangen.«, schreibt silicon.de.

Und Heise: »Wikinews ist im Experimentierstadium. Während sich die englische Ausgabe in ihrem Mission-Statement hauptsächlich die Ideale einer freien Nachrichtenquelle mit Zugang für jedermann formuliert, gibt sich die deutsche Sektion etwas vorsichtiger. Auf der Startseite schreiben die Macher: “Zur Kontinuität gehört in einem Wiki auch das Scheitern. Wir haben das Recht und die Möglichkeit, krude Ideen einfach auszuprobieren. Wenn sie schief gehen, tut es in der Regel nicht weh."«

Schade, wenn für den Online-Ableger des besten deutschen Nachrichtenmagazins der Weg zum Tellerrand aus Bequemlichkeit und Dünkel zu weit wird. Daß es auch ganz anders geht, zeigt gerade Le Monde.

Update: Mathias Schindler von »Wikinews« schreibt an einer Antwort an SpOn und bittet um kollaboratives Feedback. Ein Auszug: »"Noch ein Blog”: Angenommen, ich fange an, Spiegel-Online als dpa-Mülleimer zu bezeichnen, dann unterschlage ich zuerst, daß zwischen dpa und Spiegel-Online wohl nur vertragliche Beziehungen zur Lieferung von Content bestehen. Ich abstrahiere also die Eigenschaften von dpa und einem Mülleimer und postuliere eine Gemeinsamkeit, die einen Bezeichnungswechsel erlauben. Das Satireblatt Titanic macht das mit “Birne” und einem gewissen “Hessen-Hitler” so. Patalong bezeichnet ein Wiki als Blog. Das ist entweder ein rhetorischer Kunstgriff oder ein Hinweis darauf, daß jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Siehe Grundfertigkeit.«

Quelle:  |  by it&w |  15:03 Uhr  |  12x Senf , 513x besichtigt |   aus: SpOn-Watch   |   Permalink  |

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