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Strohfeuer.de vom 23. Sep. 2005 aus "Gast-Autoren"

imageProlog: Jeder hat seine eigene New Economy. Meine ist jetzt 15 Jahre her (Bild rechts - vorher und nachher). 15 Internetjahre. Ende 1999 bekam ich nicht nur meine erste Mailadresse, sondern lauschte auch dem Univortrag des Vorstands eines Internetshops, spezialisiert auf Macs. Er sprach von Internetjahren, die viermal so schnell vorbeigingen wie echte Jahre. Er zeigte uns ein Chart mit steil ansteigenden Umsätzen – weil sie kumuliert dargestellt waren, also aufaddiert. Durchschaut hat das kaum jemand. Ich zum Beispiel überhaupt nicht, denn ich war 24 und hatte bis auf ein überhöhtes Selbstbewusstsein, gespeist aus Aktivitäten in einem Studentenverein, kaum etwas im Erfahrungsgepäck. Trotzdem begann für mich wenig später eine irrwitzige Reise quer durch die New Economy, von sechstelligen Monatsumsätzen mit 35 Mitarbeitern bis zur Insolvenzanmeldung unter lächerlichsten Umständen. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt zu betonen, dass ich trotz aller Widrigkeiten immer moralisch einwandfrei blieb. Das wäre nur leider eine Lüge. Mit dem Schwung des Erfolgs und erst recht mit dem Sog des Misserfolgs handelten wir sehr fragwürdig, um es vorsichtig auszudrücken. Apropos vorsichtig: Ich muss die Geschichte als frei erfunden bezeichnen, insbesondere die Stellen, in denen rechtlich Unangemessenes geschieht.

Teil 1, worin der jugendliche Held gezwungen wird zu arbeiten, und mit einfachem aber genialem Konzept die Welt zu erobern trachtet

Am 4. Januar 2000 hatte ich einen tosenden Jahrtausendwechsel hinter mir, sass in meinem Golf II und schaute meine Freundin an. Eine kurzsichtige Handlung, denn ich fuhr. Der linke Vorderreifen geriet an den Mittelstreifen aus Beton. Achsenbruch, Totalschaden. Aus Bequemlichkeitsgründen, meinem Hauptarbeitsantrieb, musste ich so schnell wie möglich Geld für ein neues Auto besorgen. Ich tat das Naheliegende und mogelte mich über einen Freund in eine Quizshow, Jeder gegen Jeden. Ich wurde in einem unspannenden Finale Zweiter und gewann statt der bereits verplanten 5.000 Mark eine Fahrgelderstattung (Bus). Die ernüchternde Erkenntnis: An echter Arbeit führte kein motorisierter Weg vorbei.

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bisschen Senf dazu?

von ninjaturkey am 23. Sep um 11:13 Uhr

Starker erster Teil! Ich fang schon an, mich zu gruseln.


von majo am 23. Sep um 11:17 Uhr

naja - ich finde, auf dem rechten Bild sieht er gar nicht mehr sooo schlimm aus.


von Papakiesel am 23. Sep um 16:09 Uhr

Wow! Weitermachen, bitte!


von tierpfleger am 23. Sep um 21:26 Uhr

Weiter! Mehr!


von falko am 26. Sep um 8:07 Uhr

Geil… endlich mal einer, der zugibt wie’s “damals” gelaufen ist. Und das lustigste ist.... der Typ sitzt hier im Büro.. !?


von Karl am 26. Sep um 9:15 Uhr

@falko: Vorsicht, der pitcht nicht unter 1500 Euro! ;-)


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