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Hörbuch hören im Zug vom 24. Mar. 2006 aus "Desktop Crumbs"

Hörbuch hören im Zug, unter den Augen einer irritierten Mitreisenden: »Bis mir plötzlich auffiel, dass ich kicherte. Natürlich kicherte ich, das war nämlich gerade ein ziemlich witziger Satz gewesen, da in dem Hörbuch. Ich fokussierte meine Aufmerksamkeit auf mein Benehmen anstatt auf mein Aussehen und stellte fest, dass ich, ganz so als würde ich einem leibhaftigen Erzähler zuhören, meine Mimik entsprechend der Geschichte änderte, von Stirnrunzeln bei rätselhaften Ereignissen über ein wissendes Mundverziehen bis hin zum Kichern, das der armen verängstigten Frau wohl den Rest gegeben haben musste. Sie hielt mich bestimmt für einen hoffnungslosen Fall aus der Nervenklinik. Bei Stellen, an denen ich der nicht mehr ganz so vertrauten Sprache nicht ganz folgen konnte, ertappte ich mich dabei, mit hängender Unterlippe in die Luft zu starren - vermutlich der grenzdebilste Ausdruck, den jemand mit durchschnittlichem IQ überhaupt im Gesicht haben kann.« [weiterlesen bei der Chronistin].

Passiert auch beim Telefonieren mit Headset: der mit hohlem Grinsen ins Nichts geredete Monolog, der bisher gemeinhin einen Irren kennzeichnet, ist Alltag geworden. Lustiger ist das in Italien: dort rudern sie mit beiden Händen, während sie in die Luft sprechen - ein Headset ist für einen Italiener wie eine Entfesselung.


bisschen Senf dazu?

von am 24. Mar um 10:45 Uhr

Mit der Zunahme von 3G Mobiltelephonen wird es irgendwann ein Kamera-Headset geben. Das wird dann an Stirn oder Brille montiert und am ausfaltbaren Stehstengel ca. 40cm vor der Nase des Users des platziert. In der italienischen Version 70cm.


von Karl am 24. Mar um 10:47 Uhr

Danke, der zugehörige Hermann steht am kommenden Montag hier bei IT&W!


von am 24. Mar um 10:52 Uhr

Sehr schön und absolut nachvollziehbar :-) Ich fahre täglich je 1h mit dem ICE und mein, mit Hörbüchern vollgestopfter iPod ist ein treuer Begleiter geworden. Ich vertraue dann schon darauf, dass meine lieben Mitreisenden so intelligent sind, zu erkennen, dass ich der holden Kunst fröhne und meine nonverbalen Achterbahn der Gefühls- bzw. Gesichtsausdrücke nicht persönlich nehmen. Und wenn...so what.
Allerdings kann das ganze auch etwas “peinliche” Züge (!sic) annehmen, wenn das Gehörte so überzeugend ist… Beispiel? Vor einiger Zeit hörte ich Serdar Somuncu liest aus Hitlers “Mein Kampf”. Ich war so gebannt von seinen Ausführungen und stimmlichen Wechseln, dass ich den Schaffner, der sich “hinterrücks anschlich” mit einem lautstarken “guten morrrrrrgen” begrüßte. Nun ja, ich bin dann erstmal ein paar Tage mit der Regionalbahn gefahren… ;-)


von am 24. Mar um 12:23 Uhr

Das im Zugabteil ist mir schon vor Jahrzehnten passiert… ;-)

Damals waren kleine portable Datenspeicher in Mode, die grosse Textmengen
auf verschieden formatigen, hochaufloesenden passiven Displays darstellen konnten.
Und das ganz ohne Energiequelle (also keine Probleme mit leeren Akkus).

Allerdings setzten sie eine kulturelle Fertigkeit voraus, die im Hoerbuchzeitalter
zunehmend in Vergessenheit geraet: “Lesen”.

Mit Musik war das immer schon etwas schwieriger (wer moechte schon
mit einem Notenblatt in der Hand im Abteil sitzen oder z.B. joggen).
Da bin ich auch froh, dass nach Walkman, Diskman und MD-Player die
Entwicklung mit iPod & Co endlich da angekommen ist, wo ich sie mir schon
vor Jahrzehnten gewuenscht haette.


von Karl am 24. Mar um 13:13 Uhr

@Gerhard: ja, ich erinnere mich. Und eMail ging damals auch noch anders…


von am 24. Mar um 16:01 Uhr

:o)


von am 27. Mar um 21:22 Uhr

@Karl
Apropos Papier:
Passiert mir immer wieder wenn ich in der Bahn was von Terry Pratchett lese.
Da kriegt man auch Blicke als wäre man soeben aus dem Buch entsprungen.


von Karl am 28. Mar um 8:39 Uhr

Mit 15 (jaja, damals) hab ich im Bus mein erstes MAD gelesen. Aus einem Schmunzeln wurde Kichern, Prusten und lautes Lachen. Da ich mich nicht dazu durchringen konnte das Heft einfach geschlossen zu halten, wand ich mich etwa 20 Kilometer geiernd und glucksend auf meinem Sitz. Offensichtlich war das Ganze ansteckend. Zuerst prustete eine junge Dame, zwei Reihen hinter mir mit. Nach und nach fielen weitere Insassen mit ein. Als ich endlich mit tränenden Augen und Seitenstechen ausstieg, war der halbe Bus in Heiterkeit aufgelöst. Nur der kölsche Busfahrer hatte die ganze Zeit grimmig und fassungslos in den Rückspiegel geschaut.


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